Darf’s etwas weniger sein?

Minimalistische Vogelfotografie

Die Vogelwelt fasziniert Jan Sohler schon seit frühester Kindheit, doch erst im Laufe des Studiums wird die Kamera zu seiner ständigen Begleiterin auf Exkursionen in die Natur. Zunächst ist der Anspruch, die beobachteten Arten möglichst groß und scharf im Bild festzuhalten. So wie es sich für gute Belegfotos „gehört“, die eher nüchtern dokumentieren sollen und wenig Spielraum für eigene Interpretation lassen. Eher zufällig stellt er fest, dass ihm eine andere Art der Fotografie viel mehr entspricht: Bilder, die Vögel auf ästhetische Weise in ihrem Lebensraum zeigen. Bilder, die mit Zurückhaltung das Wesen gleichermaßen seltener wie gewöhnlicher Arten abbilden. Oder Bilder, denen es gelingt, eine Emotion zu transportieren, die eine besondere Beobachtung in der Natur auslöst. Und dafür lohnt es sich manchmal sogar, einen Schritt zurückzugehen, statt immer möglichst „viel Vogel“ auf den Sensor zu bannen. Jan zeigt anhand verschiedener Techniken, wie kreative Bilder entstehen können, die durch Reduktion auf das Wesentliche Raum zu Atmen lassen und die Möglichkeit geben, persönlich nachzuerleben: mal malerisch, mal grafisch, mal abstrakt. Mal hell, mal dunkel. Mal ganz weit weg und dann wieder ganz nah dran – aber immer mit dem Blick für das Besondere.

Jan Sohler, geboren 1988, ist am Rande des nordfriesischen Wattenmeeres aufgewachsen, wo auf ersten Streifzügen durch Dünen und Salzwiesen früh der Grundstein für seine Naturleidenschaft gelegt wurde. Heute lebt er in Lübeck und ist freiberuflich als Ökologe, Naturfotograf und Filmemacher tätig.

 

 

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